Bewerbungsvideo: Nicht immer sinnvoll

Bewerbungsvideos scheinen der neue Trend auf dem Arbeitsmarkt zu sein. Doch Vorsicht ist geboten. Nicht für jeden ist ein Bewerbungsvideo ideal.

In den USA ist das Bewerbungsvideo gang und gäbe. In Deutschland betreten Bewerber damit Neuland. Viele Personaler stehen den bewerbenden Kurzfilmen noch kritisch gegenüber. “Das liegt aus meiner Sicht an überkommenen Vorstellungen und daran, dass die derzeitigen HR-Leute oft noch aus der Nicht-Internetgeneration stammen“, sagt Karriereexpertin Svenja Hofert. Bewerbungsvideos bedeuten einen Umbruch im herkömmlichen Rekrutierungsprozess und kosten den Personaler Zeit. So besteht für den Bewerber die Gefahr, dass das Video gar nicht angeschaut wird.

Bewerbungsvideo kein Ersatz für die Bewerbungsmappe

Das Bewerbungsvideo ist kein Ersatz für die klassische Bewerbungsmappe mit Anschreiben und Lebenslauf, sondern ein Zusatz. Es soll allein die Persönlichkeit des Bewerbers zum Ausdruck bringen. Die Länge des Videos sollte zwei Minuten nicht überschreiten. Schließlich geht es darum, dem Personaler zusätzlich zu den Fakten auf Papier ein Bild der Person zu vermitteln. In den zwei Minuten sollte der Bewerber dem Unternehmen seine Motivation und Karriereziele mitteilen und neben universitären Leistungen auch berufsrelevante Erfahrungen nennen.

Bewerbungsvideos richtig erstellen

  • Wählen Sie für die Aufnahme eine Videokamera oder beauftragen Sie ein professionelles Unternehmen (Preis ab 300 EUR). Von Webcam-Aufnahmen ist prinzipiell abzuraten.
  • Notieren Sie sich, was Sie dem Unternehmen im Video mitteilen wollen und üben Sie vor einem Spiegel oder Freunden. Das baut Nervosität und die Kameraangst ab.
  • Tragen Sie Kleidung, die Sie auch zu einem Vorstellungsgespräch anziehen würden.
  • Achten Sie auf ausreichende Lichtverhältnisse und den Weißabgleich. Ihr Gesicht sollte schattenfrei erkennbar sein. Wählen Sie einen neutralen Hintergrund.
  • Während der Aufnahme sollten Sie ein externes Mikrofon verwenden. So beugen Sie ungewollten Nebengeräuschen vor und sind besser zu verstehen.
 
    • Die Aufnahme sollte Ihren Oberköper und Ihr Gesicht zeigen, nicht den ganzen Körper.
    • Um Ihre Stimme und Atem zu festigen, sollten Sie sich zur Aufnahme hinstellen.
    • Ganz wichtig: Blicken Sie immer in die Kamera. Damit sehen Sie quasi dem Personaler direkt in die Augen, wie Sie es auch bei einem echten Vorstellungsgespräch tun würden.
    • Lesen Sie niemals ab. Der Text sollte frei vorgetragen sein. Kleine Notizzettel über der Kamera können Ihnen Stichworte liefern, falls Sie aus dem Konzept kommen.
    • Wiederholen Sie nicht die Inhalte Ihres Lebenslaufs, sondern geben Sie dem Personaler Einblicke in Ihre Persönlichkeit, Ihre Motivation und Ihre Stärken.
    • Die Aufnahme sollte eine Dauer von zwei Minuten nicht überschreiten.